Shila Behjat (2025): Frauen und Revolution

Shownotes

Frauen stehen weltweit an der Spitze neuer Protestbewegungen – häufig in autoritären Staaten. Das Shila Behjat zeigt, wie diese Bewegungen Gleichstellung mit dem Kampf um demokratische Rechte verbinden. Gerade ihre gewaltfreie, breite Mobilisierung macht sie zu einer wichtigen Kraft gegen autoritäre Herrschaft

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00:00:00: Eine Buchessenz der Friedrich-Ebert-Stiftung.

00:00:09: Frauen und Revolution von Sheila Bejat, erschienen im Hansa-Verlag München.

00:00:18: Kurzgefasst und eingeordnet von Paula Schweres.

00:00:25: Kernaussagen.

00:00:27: Frauen erfahren auch heute vielerorts systematische Diskriminierung und sind in politischen Führungspositionen weiter unterrepräsentiert.

00:00:38: Gleichzeitig werden neue Protest- und Demokratiebewegungen immer öfter von Frauen angeführt.

00:00:45: Besonders bemerkenswert ist, dass diese Bewegungen primär nicht in westlichen Ländern entstehen sondern vor allem in Ländern wie Iran, Belarus, Polen oder Sudan also in Ländern die von autoritären Regimen geprägt und nicht unbedingt für progressive Frauenpolitik bekannt sind.

00:01:05: Diese sogenannte fünfte Welle des Feminismus verbindet den Einsatz für Frauenrechte untrennbar mit dem Kampf für demokratische Freiheitsrechte für alle und gewinnt dadurch enorm an gesellschaftlicher Kraft.

00:01:21: Einordnung aus Sicht der sozialen Demokratie.

00:01:26: Aus Perspektive der sozialem Demokratie ist die enge Verknüpfung von Frauenrechten und demokratischen Grundrechten wertvoll.

00:01:35: Gleichstellungspolitik sollte nicht nur einzelne Gruppen fördern, sondern immer auf allgemeine Teilhabe und soziale Gerechtigkeit zählen.

00:01:44: Demokratie- und Gleichstellung gehören untrennbar zusammen.

00:01:49: Proteste wirken am stärksten wenn sie marginalisierte Gruppen in den Mittelpunkt stellen und dabei gewaltfrei bleiben – so setzen Sie Impulse für eine gerechtere Gesellschaft!

00:02:02: Buchautoren.

00:02:05: Sheila Bejad wurde two-neunzehntzweiundachtzig geboren und ist Journalistin, Publizistin und Moderatoren mit deutsch-iranischen Wurzeln.

00:02:15: Sie hat Jura in Hamburg und Paris studiert, arbeitete als Korrespondentin in London und lebte zeitweise als freie Journalisten in Indien.

00:02:25: Seit vielen Jahren berichtet sie zu Themen wie Gleichstellung, Migration und Frauenrechten.

00:02:33: Sie veröffentlichte ihr Debüt, Söhne Großzin als Feministin.

00:02:38: Heute ist sie als Kulturredakteurin bei Arte tätig und lebt in Berlin.

00:02:45: Buchinhalt Aus den Geschichten mutiger Frauen im Iran, im Belarus, in Polen und im Sudan sowie aus zahlreichen Studien wird deutlich welche zentrale Rolle Frauen heute in Demokratiebewegungen spielen.

00:03:01: Die Analyse beginnt im Iran, erweitert den Blick auf globale Zusammenhänge und beschreibt die besonderen Dynamiken, die weibliche Proteste auszeichnen.

00:03:11: Dabei wird klar wie politische Repressionen und gesellschaftliche Strukturen das Engagement von Frauen beeinflussen – und wie sie weltweit zur treibenden Kraft für demokratischem Wandel werden!

00:03:26: Der Iran Die iranische Revolution steht beispielhaft für viele Freiheitsbewegungen, die aktuell von Frauen getragen werden und einen Übergang in ein neues weibliches Zeitalter markieren.

00:03:41: Die iranesche Frauenbewegung blickt auf eine lange Geschichte zurück.

00:03:45: Bereits im frühen zwanzigsten Jahrhundert setzten sich Frauen trotz Ausgrenzung für Bildung- und Gleichberechtigung ein.

00:03:53: In den nineteenhundertsechziger Jahren erhielten Frauen das Wahlrecht und es wurden progressive Familiengesetze eingeführt.

00:04:01: Mit der islamischen Revolution neunzehnhundertneunundsiebzig erfuhren Frauen massive gesellschaftliche und politische Einschränkungen, sie verloren viele Rechte wieder.

00:04:12: Ninzehundertdreiundachtzig wurde der Kopftuchzwang gesetzlich verankert.

00:04:18: Dennoch engagierten sich Frauen weiter für Bildung, Netzwerke und Teilhabe.

00:04:24: Beginnend in den zweitausender Jahren formieren sich bis heute regelmäßig neue Protestbewegungen für Gleichstellung.

00:04:33: Seit Jahrzehnteinundzwanzig dürfen Frauen offiziell für das Präsidentenamt kandidieren.

00:04:40: Ein entscheidender Wendepunkt war, dass der Tod von Gina Massa-Amené einer Protestwelle unter dem Motto Frau Leben Freiheit auslöste.

00:04:52: Mittlerweile ein Symbol für den weltweiten Kampf iranischer Frauen für Freiheit und Demokratie.

00:04:59: Menschen entsteten wie Paris, Rom, Los Angeles und Toronto zogen auf die Straßen organisierten Solidaritätsmärsche und unterstützten die Bewegung in den sozialen Medien, und über öffentliche Stellungnahmen.

00:05:13: Die aktuelle Phase ist geprägt von einer Radikalisierung und Internationalisierung des Widerstands.

00:05:20: Erstmals treten breite Gesellschaftsschichten – auch Männer – solidarisch für die Sache der Frauen ein.

00:05:27: Solche Merkmale sind heute auch bei anderen von Frauen geführten Bewegungen zu beobachten und stärken deren gesellschaftlichen Einfluss.

00:05:37: Gender und Demokratie – ein globaler Blick.

00:05:42: Trotz wachsender Forderung nach Gleichstellung, sind weltweit verstärkt Angriffe auf Frauenrechte und demokratische Freiheiten zu beoberten.

00:05:52: Autoritäre Regierungen schließen Frauen systematisch aus politischen Entscheidungsprozessen aus und zwängen sie gesellschaftlich in traditionelle Rollen.

00:06:02: Um Frauen davon abzuhalten, sich öffentlich zu engagieren werden Gewalt- und Diskriminierung eingesetzt oder zumindest toleriert.

00:06:11: Beispiele hierfür sind irrepressive Druck auf Feministinnen in Russland und China sowie zunehmende Angriffe auf reproduktive Rechte in den USA und Brasilien.

00:06:24: Wie die Politologin Erika Chanoweth zeigt, bewirken friedliche gesellschaftliche Protestbewegungen bei denen Frauen häufig eine führende Rolle übernehmen langfristig gesellschaftlicher Veränderung – auch wenn früher Erfolge manchmal ausbleiben.

00:06:41: Gewaltfreie Bewegungen mit starker Frauenbeteiligung erweisen sich als besonders widerstandsfähig und können politischem Wandel bewirten.

00:06:51: In der Türkei, Polen und anderen Ländern formiert sich großer gesellschaftlicher Widerstand.

00:06:57: Wobei feministische Bewegungen gegen patriarchale und autoritäre Strukturen kämpfen.

00:07:04: Auch bei der Revolution im Suddaren-Sieb-Nachzehn spielten Frauen eine führende Rolle – bis zu siebzig Prozent der protestierenden waren Frauen!

00:07:15: Obwohl ihnen sexuelle Gewalt und Repressionen droht, führten sie die Demonstrationen aktiv an.

00:07:22: Organisierten Netzwerke und nutzten soziale Medien.

00:07:26: Ihre Forderungen reichten von der Abschaffung der repressiven Public Order Laws bis zu politischer Gleichstellung.

00:07:34: Ein Symbol des Protests im Sudan ist Allah-Sala, die zur Ikone des Widerstands

00:07:40: wurde.".

00:07:41: Trotz ihrer zentralen Rolle bei der Mobilisierung und dem Sturz des Regimes sind Frauen in den folgenden politischen Verhandlungen oft unterrepräsentiert geblieben.

00:07:52: Länder mit einem hohen Maß an geschlechter Gleichstellung sind häufig stabilere Demokratien, weisen oft eine bessere wirtschaftliche Entwicklung vor und haben mehr sozialen Frieden.

00:08:05: Gleichstellung fördert Verteilungsgerechtigkeit und demokratische Qualität.

00:08:11: Aus diesem Grund sind Frauenrechte, ein guter Indikator für die gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Entwicklung eines Landes.

00:08:20: So misst der Gender Equality Index der EU neben der politischen Teilhabe auch Bildung und Gesundheit – und zeigt strukturelle Chancen oder Defizite an.

00:08:32: Amnesty International betont dass sexuelle und reproduktive Rechte zentral für nachhaltige Entwicklungen

00:08:39: sind.".

00:08:41: Das weibliche Gesicht der Revolution.

00:08:45: Viele von Frauen angeführte Demokratiebewegungen weisen typische Merkmale auf, sie haben meist mehrere Führungspersönlichkeiten, verzichten auf Personenkult und sind dezentral organisiert.

00:08:59: Ein weiterer wichtiger Aspekt ist dass viele dieser Proteste maßgeblich von jungen Menschen der Generation Z gestaltet werden die soziale Medien sehr effektiv nutzen.

00:09:12: Die Bewegungen sind häufig gewaltfrei, für unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen offen und intersektional ausgerichtet.

00:09:20: Dies ermöglicht es sehr unterschiedliche Menschen in die Bewegung einzubeziehen und so breite Unterstützung zu

00:09:27: gewinnen.".

00:09:29: So standen Frauen wie Svetlana Tchenovskaya, Maria Kalesnikava und Veronica Cepcarlo bei dem Protesten im Belarus-Land im Zentrum der Bewegung.

00:09:42: Sie führten das dezentrale und kollektive, vereinigte Frauenteam an.

00:09:48: Die Bewegung setzte auf Gewaltfreiheit und war intersektional ausgerichtet – wodurch sie unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen und junge Menschen aus ganz verschiedenen Milieus miteinander vereinte.

00:10:01: Ähnlich sieht es im Iran aus!

00:10:03: Nach dem Tod von Masa Amini formierte sich ein breites Protestnetzwerk ohne zentrale Führungspersönlichkeit dass Frauen und Jugendliche aus verschiedenen sozialen und ethnischen Gruppen vereinte, und intersektionale Anliegen verfolgte.

00:10:21: Buch Wotum.

00:10:24: Das Buch überzeugt durch die lebendige und eindrucksvolle Darstellung aktueller Demokratiebewegungen, die vielfach von Frauen angeführt werden.

00:10:34: Es untermauert die These das Frauen heute eine zentrale Rolle bei Revolutionen- und gesellschaftlichen Umbrüchen spielen.

00:10:43: Gelegentlich wirkt die Analyse etwas appellativ, da nicht immer ausreichend detailliert aufgezeigt wird wie genau politische Systeme oder Gesellschaften so verändert werden können das weiblicher Protest dauerhaft Wirkung entfaltet.

00:10:59: Insgesamt liefert das Werk dennoch einen wichtigen Debattenbeitrag auch im Hinblick auf die aktuelle Frage Wie autoritären Systemen wirksam entgegengetreten werden kann.

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